Schatten
  • Rückblick 2014
  • Self-Publishing im Netz

    Über die Möglichkeiten des Self-Publising reden Matthias Matting, Sarah Schappert und Alexander Giesecke. Foto: Marita Reich

    Große Verlage entscheiden längst nicht mehr alleine darüber, welche Bücher und Medienformate veröffentlicht werden. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, eigene Ideen im Self-Publishing zu verwirklichen. Matthias Matting ist Physiker und verkauft seine Bücher ohne Verlag online. Sarah Schappert ist Co-Founderin des Blogs „Das Münchner Kindl“ und Alexander Giesecke hat eine Online-Plattform für Nachhilfe gegründet. Erster Antrieb ein solches Vorhaben umzusetzen, ist die Leidenschaft für eine Idee oder ein Thema – da sind sich die Self-Publisher einig. Das unternehmerische Denken kommt erst später.

    Sarah Schappert sieht im digitalen Zeitalter die beste Chance für Selbst-Publisher und Blogger:„Ich glaube es ist die beste Zeit, man hat alle Möglichkeiten sich online auszuprobieren“, sagt die Bloggerin.

    Mensch, Otto! – Moderator Thorsten Otto plaudert aus dem Nähkästchen

    Moderator Thorsten Otto spricht über seine Sendung "Mensch, Otto!". Foto: Marita Reich

    Seit 2008 moderiert Thorsten Otto die Sendung „Mensch, Otto!“ bei Bayern3. Seit Kurzem läuft das Interview-Format auch im Bayerischen Fernsehen. Auf der MedienCampus-Bühne plaudert er aus dem Nähkästchen und erzählt Anekdoten über seine Gäste – zum Beispiel, dass Mario Barth mit Bodyguards kam und Martin Semmelrogge sein Bier in der Kantine des Bayerischen Rundfunk nicht bezahlt hat.

    Zu seinen Interview-Partnern wirklich durchdringen – das ist der Anspruch des Moderators. Das gelingt ihm nicht immer gleich gut. „Manche Gäste sind schon schwieriger als andere, klar“, sagt Otto. Mit viel Gefühl und Erfahrung gelingt es dem Interviewer dann, seine Gäste zu erwärmen.

    Webvideo-Trend und Vine-Videos – So entstehen virale Hits im Netz

    Wie man das Netz mit kurzen, lustigen Videos erobert, erzählen Michael Medla, Franz-Josef Baldus und Peter Schels. Foto: Marita Reich

    Ein deutscher Bierkrug zerschlägt ein brasilianisches Cocktailglas im Video – der Film geht während der Fußball-WM viral. Die Botschaft ist klar: Die deutsche Nationalmannschaft besiegt die brasilianische. Für die Produktion des Videos benötigte Michael Medla von Bayern3 gerade einmal drei Stunden. Kurze, lustige Webvideos verbreiten sich im Netz rasend schnell und sind günstig herzustellen. „Wenn man eine kleine Kamera hat, die ein gutes Bild macht, reicht das eigentlich schon“, sagt Medla. „Das kann sich im Grunde jede Lokalredaktion leisten.“

    Franz-Josef Baldus ist Pionier auf diesem Gebiet. Auf der Medien-Campus-Bühne demonstrierte er live, wie man kurze Filme mit Hilfe der App Vine erstellt. Nicht einmal fünf Minuten dauert es, bis er Moderator Philipp Walulis im Film weggezaubert hat. Eine gute Idee, leicht zu bedienende Technik – und schon könnte man einen viralen Hit landen.

    Interaktive Medien – Multimediales Storytelling erfordert „Hirnschmalz“

    Stefan Domke schildert wie beim WDR multimedial berichet wird. Foto: Marita Reich.

    Wie multimediales Storytelling umgesetzt werden kann, erzählte Onlinejournalist Stefan Domke vom Westdeutschen Rundfunk. Dort wurde das Tool Pageflow entwickelt, mit dem Reportagen crossmedial erzählt werden können. Dabei kann sich der Nutzer aktiv durch Text, Bewegtbild und Audioelemente klicken „Pageflow erfordert beim User mehr Hirnschmalz als klassische Medien“, findet Domke. Bei der Erstellung der Beiträge arbeiten Online-, Hörfunk- und Fernsehredaktionen des WDR immer stärker zusammen.

    Augmented Reality – Wie digitale Welt und Wirklichkeit verschmelzen

    Über Augmented Reality tauschten sich Andreas Zeitler, Till Krause. Anett Gläsel-Maslov und Prof. Gudrun Klinker aus. Foto: Marita Reich

    „Bei Augmented Reality handelt es sich um eine dreidimensionale Erweiterung der Wirklichkeit“, erklärt Gudrun Klinker von der TU München. Für die Einbindung virtueller Informationen in die Realität gibt es immer mehr technische Möglichkeiten – die bekannteste ist die Google-Glass.

    „Es ist wichtig, auch einen wirklichen Nutzen zu schaffen und nicht nur auf den Wow-Effekt abzuzielen“, findet Klinker. Ein Bereich, in dem das besonders gut möglich wäre, ist die Medizin. „Ärzte könnten Datenbrillen tragen, die ihnen während einer Operation wichtige Informationen liefern“, sagt Anett Gläsel-Maslov. In Zukunft sieht sie uns nicht mehr mit dem Tablet durch die Welt laufen, sondern mit Datenbrillen auf der Nase oder digitalen Kontaktlinsen im Auge.

    Auch die Medien experimentieren mit Augmented Reality. Till Krause berichtet von einer einzigartigen Ausgabe des SZ-Magazins, in dem die Darstellungsform zum Einsatz kam.

    Journalist werden beim Bayerischen Rundfunk

    Franziska Baur im Gespräch mit Clemens Finzer, Ausbildungsleiter beim Bayerischen Rundfunk. Foto: Marita Reich

    Wer sich beim Bayerischen Rundfunk für ein Volontariat bewirbt, muss auf ein anstrengendes Auswahlverfahren gefasst sein. Über 200 angehende Journalisten bewerben sich jedes Jahr auf zwölf Plätze. Clemens Finzer, Ausbildungsleiter beim BR, erklärt auf der MedienCampus-Bühne worauf Bewerber achten sollten. Vorausgesetzt werden ein abgeschlossenes Hochschulstudium, praktische journalistische Erfahrung und eine absolvierte Hospitanz beim BR. Finzer wünscht sich vor allem auch Bewerber mit interessanter Persönlichkeit. „Wenn jemand zum Beispiel früher Ministrant war, dann sagt das viel über die Person aus“, sagt er. Daran könne man wichtige Eigenschaften wie etwa Engagement ablesen. In der Bewerbung werde auch auf nicht journalistische Erfahrungen Wert gelegt, so Finzer weiter.

    Wer nach der Probereportage auch noch den Wissens-, Sprech- und Schreibtest bewältigt, wird zum Auswahlgespräch eingeladen. Danach entscheidet sich, wer zu den glücklichen Volontären gehört und sich auf die professionelle, trimediale Ausbildung freuen kann.

    Sharing Economy - Teilen statt Besitzen

    Teilen statt besitzen: Darüber diskutierten die Experten der Sharing Economy. Foto: Marita Reich.

    Autos, Bücher, Musik – immer mehr Güter können über das Internet getauscht werden. Daraus ist ein neuer Wirtschaftszweig entstanden – die Sharing Economy. Welche Unternehmensmodelle dabei entstanden sind und wie sich diese spezielle Wirtschaftsform in Zukunft entwickeln wird besprachen David Weingartner von OuiShare, Herbert Vogler von der IHK München und Ulrich Bareth, Gründer der Sharing-App Polary.

    Eine Geschichte, viele Kanäle – Die Zukunft ist crossmedial

    Stefan Westphal erklärt bei den Medientagen wie Geschichten crossmedial erzählt werden können. Foto: Marita Reich

    Passiv auf dem Sofa sitzen und fernsehen war gestern. Gerade viele junge Leute wollen mittlerweile interaktiv an Medienformaten teilhaben – Apps, Computerspiele und soziale Netzwerke bieten dazu viele Möglichkeiten. Wie man eine Geschichte crossmedial erzählt, erklärt Stefan Westphal zum Auftakt der Veranstaltung. „Die Medienrezeption hat sich verändert“, sagt der Blogger. Große Medienunternehmen stehen vor der Herausforderung, diesen Bedürfnissen ihrer Nutzer gerecht zu werden.

    Über Ereignisse wird in Zukunft nicht mehr nur linear berichtet werden, sondern auf vielen Kanälen gleichzeitig. Audio, Video und Print verschmelzen im Netz zu crossmedialen Formaten. „Story first“, sollte dabei Grundsatz jedes Journalisten sein, findet Westphal. „Es reicht nicht ein Computerspiel programmieren zu können“, sagt er. Man müsse überlegen, wie man die Geschichte am anschaulichsten erzählen kann.

    Sounddesign - Töne und Musik machen Filme und Games lebendig

    Christine Lehner im Gespräch mit Sounddesign-Experten aus Film und Games. Foto: Marita Reich

    Beim aktiven Erleben medialer Welten spielt auch der Sound eine wichtige Rolle. Nicht nur in Filmen, sondern auch in Computerspielen machen Musik und Töne Erzählungen lebendig. Auf dem Podium des MedienCampus-Areals berichten vier Sounddesigner von ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Projekten. Regisseur Lennart Ruff, der mit dem Nachwuchs-Oscar ausgezeichnet worden ist, berichtete von seinen Erfahrungen mit Sounddesign. Dominik Giesriegel komponiert Musik für Film und Fernsehen, während Filippo Beck Peccoz und Michael Stöckemann Töne für Games designen.

    Während Filmmusik ein seit langem etabliertes Genre ist, klingt auch Games-Musik längst nicht mehr nach eintönigen Synthesizermelodien. „Mittlerweile handelt es sich um eine eigene Musikrichtung“, erklärt Filippo Beck Peccoz. Vielfältige Töne begleiten und motivieren den User beim Spiel.

    Auch Staatssekretär Franz Josef Pschierer ist mobil vernetzt

    Markus Kaiser begrüßt Medien-Staatssekretär Franz Josef Pschierer auf dem MedienCampus-Areal. Foto: Brigitte Aiblinger

    Nach dem ersten Vortrag begrüßte Staatssekretär Franz Josef Pschierer den Mediennachwuchs im MedienCampus-Areal bei den Medientagen München. „Ich habe mein Arbeitsverhalten komplett geändert“, erzählt er. „Ich benutze nur noch mein Tablet und das Smartphone.“ Den „große Kasten“, wie der Staatssekretär seinen PC nennt, benutze er nicht mehr. Er mache jetzt lieber alles mobil. Anschließend schlenderte Pschierer noch durch die Halle und unterhielt sich an den Infoständen mit Vertretern der zahlreichen bayerischen Ausbildungseinrichtungen.

    So viele Workshops wie noch nie

    Im Workshopbereich mit David Rädler. Foto: Brigitte Aiblinger

    Nicht nur auf der Bühne war einiges geboten. Auch im Workshopbereich hatten die Besucher eine große Auswahl. Sportjournalismus, Multimediales Storytelling und Fotodesign waren nur einige Themen. Insgesamt waren es sechs einstündige Workshops, an denen die Besucher kostenfrei teilnehmen konnten. Und das Angebot wurde durchaus genutzt: Bis zu 100 Interessierte kamen pro Workshop um mit den Experten ins Gespräch zu kommen und Tipps einzuholen.  

    Digitale Medien zum Mitmachen – User verändern mediale Inhalte

    Wie können User mediale Inhalte auf verschiedenen Kanälen mitbestimmen? Darüber diskutierten die Teilnehmer gemeinsam mit Moderator Michael Praetorius. Foto: Marita Reich

    Wie sollen digitale Plattformen für jugendliche User in Zukunft aussehen? Über diese Frage diskutierten Katrin Bucher von PULS, Maximilian Knop von Konsole Labs und Charlotte Haunhorst von jetzt.de Das junge Radio PULS vom Bayerischen Rundfunk verfolgt dabei eine Multichannel-Strategie. Online- und Radioredaktion arbeiten zusammen. „Wir überlegen gemeinsam, wie wir ein Thema für alle Ausspielwege machen können“, sagt Katrin Bucher. Auch das Community-Gefühl spielt für jugendliche Mediennutzer eine große Rolle. User kommentieren, interagieren und beeinflussen auf diese Weise die Inhalte.

    User-generated content stößt allerdings auch schnell an Grenzen – da sind sich die drei Diskutanten einig. „Den Radiobeitrag können die User nicht machen“, sagt Bucher. „Das müssen Journalisten übernehmen.“

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